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Rücken stärken – wenn das Muskelkorsett Pause macht

Autorenbild: Andrea Umseher
Andrea Umseher
18. Sept.
4 Min. Lesezeit

Du hebst einen Wäschekorb an und dein Rücken reagiert, als hättest du gerade versucht, einen Kleinwagen umzuparken. Beim Schuheanziehen wird aus einer einfachen Alltagshandlung plötzlich eine anspruchsvolle Bodenübung. Und nach dem Staubsaugen meldet sich der untere Rücken, obwohl eigentlich nur das Wohnzimmer sauber werden sollte.

Ist der Rücken deshalb gleich kaputt? Meistens ist die Sache nicht ganz so dramatisch. Rückenschmerzen können viele Ursachen haben und sollten bei starken, ungewohnten oder anhaltenden Beschwerden natürlich abgeklärt werden. Häufig fehlt der Wirbelsäule im Alltag Wenn du deinen Rücken stärken möchtest, braucht deshalb nicht nur der Rücken selbst Aufmerksamkeit, sondern das ganze Team rundherum.

Im Oktober zeigen wir dir, wie dein Muskelteam wieder besser zusammenspielt.

Rücken stärken – dein Rücken arbeitet nicht allein

Stell dir deine Wirbelsäule wie den Mast eines Segelbootes vor. Der Mast bleibt nicht stabil, weil er besonders verbissen schaut. Er wird von verschiedenen Seiten gehalten. In deinem Körper übernehmen unter anderem Bauch-, Rücken-, Beckenboden-, Gesäß- und Atemmuskulatur diese Aufgabe.

Arbeiten diese Bereiche gut zusammen, entsteht eine natürliche Stütze rund um den Rumpf – dein inneres Muskelkorsett. Dabei geht es nicht darum, den Körper stocksteif zu machen. Gute Stabilität bedeutet, dass dein Rumpf im richtigen Moment genügend Spannung aufbauen und sie anschließend auch wieder loslassen kann.


Rückenfit im Oktober im Fitness Club La Santa: Frau trainiert auf der Matte.

Wenn der Rücken Überstunden macht

Im Alltag läuft diese Teamarbeit nicht immer rund. Vielleicht sind manche Muskelgruppen wenig aktiv, andere übernehmen ständig zu viel, und bei bestimmten Bewegungen fehlt die Koordination. Dann verhält sich der Körper wie ein kleines Unternehmen mit schlechter Aufgabenverteilung: Zwei arbeiten bis spätabends, drei sind in der Kaffeepause und niemand weiß, wer eigentlich den Wäschekorb heben sollte.

Typische Beispiele kennst du wahrscheinlich:

  • Die Einkaufstasche hängt immer auf derselben Lieblingsseite.

  • Der Wäschekorb wird mit rundem Rücken und viel Schwung vom Boden gerissen.

  • Beim Staubsaugen tanzt der Oberkörper einen sehr einseitigen Haushaltstango.

  • Beim Aufstehen helfen Schwung und Rücken, während Bauch und Beine offenbar Urlaub haben.

  • Schwere Dinge werden angehoben, ohne den Rumpf vorher auf die Belastung vorzubereiten.

Keine dieser Bewegungen ist automatisch verboten oder gefährlich. Unser Körper kann sehr viel. Ungünstig wird es eher, wenn wir dauerhaft dieselbe Ausweichstrategie benutzen und einzelne Bereiche immer wieder die komplette Arbeit übernehmen müssen.


Bauchspannung ist mehr als Baucheinziehen

Viele hören „Bauchspannung“ und ziehen sofort den Bauch ein. Das ist ungefähr so, als würdest du beim Auto nur die Handbremse benutzen und dich wundern, warum das Fahren nicht rund läuft.

Eine sinnvolle Rumpfspannung entsteht rundherum. Der Bauch wird nicht maximal eingezogen, sondern kontrolliert aktiviert. Gleichzeitig arbeiten Rücken, Beckenboden und die umliegende Muskulatur mit. Dadurch bekommt die Wirbelsäule bei Belastungen wie Heben, Tragen, Drücken oder Aufstehen mehr Unterstützung.

Das Ziel ist also nicht, den ganzen Tag mit angespanntem Bauch durchs Leben zu marschieren. Dein Muskelkorsett soll lernen, sich genau dann einzuschalten, wenn es gebraucht wird – und danach wieder lockerzulassen.


Auch die Atmung gehört zum Team

Atmung und Rumpfspannung lassen sich nicht sinnvoll voneinander trennen. Das Zwerchfell ist nicht nur unser wichtigster Atemmuskel, sondern spielt auch bei der Stabilisierung des Rumpfes eine Rolle.

Viele Menschen halten bei Anstrengung automatisch die Luft an. Beim Anheben des Getränkekastens wird dann das Gesicht rot, die Schultern wandern Richtung Ohren und plötzlich sieht der Einkauf aus wie ein Versuch, einen Weltrekord aufzustellen.

Bei normalen Alltagsbelastungen hilft häufig eine einfache Regel: vor der Bewegung stabil aufstellen, den Rumpf bewusst aktivieren und während der Anstrengung kontrolliert ausatmen. Die Atmung gibt der Bewegung einen Rhythmus und verhindert, dass du unnötig verkrampfst.


Ein starker Rücken braucht mehr als Rückenübungen

Wer seinen Rücken unterstützen möchte, muss nicht ausschließlich den Rücken trainieren. Entscheidend ist das Zusammenspiel:

  • Bauchmuskulatur für kontrollierte Rumpfspannung

  • Rückenmuskulatur für Aufrichtung und Stabilität

  • Beine und Gesäß für kraftvolles Heben und Aufstehen

  • Beweglichkeit, damit der Körper nicht ständig ausweichen muss

  • Atmung, die zur Bewegung passt

  • Koordination, damit alle Beteiligten rechtzeitig ihren Dienst antreten

Manchmal muss der Rücken also nicht noch härter arbeiten. Die anderen Muskeln müssen endlich wieder mithelfen.


Drei kleine Veränderungen für deinen Alltag


1. Bereite dich auf Belastung vor

Bevor du etwas Schweres anhebst, stelle dich stabil hin und aktiviere deinen Rumpf. Der Wäschekorb läuft nicht weg – du darfst dir eine Sekunde Zeit nehmen.


2. Nutze Beine und Hüfte

Gehe näher an den Gegenstand heran und verteile die Arbeit auf mehrere Gelenke und Muskelgruppen, statt alles aus dem Rücken zu ziehen.


3. Lass den Atem mitarbeiten

Atme während der Anstrengung bewusst aus. Du musst weder die Luft anhalten noch beim Hochheben ein Opernsolo beginnen.

Rücken stärken: verstehen, üben und sicherer bewegen

Genau darum geht es bei unserer Rückenfit-Zeit im Fitness Club La Santa. Zum Einstieg schauen wir uns verständlich an, warum Rückenschmerzen entstehen können und welche Rolle Muskulatur, Rumpfspannung, Bewegung und Atmung dabei spielen.

Anschließend bauen wir über vier Wochen gezielt Muskulatur, Stabilität und Beweglichkeit auf. Die Übungen sind alltagstauglich und auch für Menschen geeignet, die sich beim Training noch unsicher fühlen. Niemand muss beweglich, durchtrainiert oder zirkusreif sein.


  • Start: Donnerstag, 1. Oktober

  • Teilnahme: im Studio oder live per Zoom

  • Aufzeichnung: zum Nachtrainieren verfügbar

  • Mitglieder: kostenlos

  • Nichtmitglieder: 49 Euro


Dein Rücken muss nicht alles allein tragen. Gib ihm endlich wieder ein gutes Team an die Seite.

Du möchtest dabei sein? Melde dich beim Fitness Club La Santa in Vilshofen – ich freue mich auf dich!

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